{"id":122,"date":"2026-04-29T19:59:37","date_gmt":"2026-04-29T19:59:37","guid":{"rendered":"https:\/\/zeitzuhandeln.net\/?page_id=122"},"modified":"2026-04-29T19:59:37","modified_gmt":"2026-04-29T19:59:37","slug":"am-4-juli-26-auf-nach-erfurt-antifaschismus-selber-machen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/zeitzuhandeln.net\/?page_id=122","title":{"rendered":"Am 4. Juli \u201926 auf nach Erfurt: Antifaschismus selber machen!"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 4. und 5. Juli 2026 trifft sich die Bundes-AfD in Erfurt zu ihrem Parteitag. Fast auf den Tag genau 100 Jahre nach dem zweiten Reichsparteitag der NSDAP im benachbarten Weimar wollen Weidel, H\u00f6cke und Co. sich in der Erfurter Messe auf die kommenden Wahlen einstimmen. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt werden im Herbst die Landtage neu gew\u00e4hlt, in beiden Bundesl\u00e4ndern wird die AfD die Wahlen sehr wahrscheinlich deutlich gewinnen.<br><br><strong>Wir werden das Treffen der braun-blauen Reaktion in Erfurt nicht unwidersprochen hinnehmen! <\/strong>Die AfD ist die wichtigste Kraft im reaktion\u00e4ren Lager und eine tats\u00e4chliche Gefahr f\u00fcr viele Menschen in diesem Land. Gerade deswegen muss sie breit und entschieden bek\u00e4mpft werden. Ein wichtiger Teil davon sind der Widerstand gegen rechte Veranstaltungen und der direkte, vielf\u00e4ltige Protest auf der Stra\u00dfe. Vor der eigenen Haust\u00fcr, aber eben auch bei Gro\u00dfevents wie im Juli in Erfurt.<br><br>Im Kontext der bundesweiten <a href=\"https:\/\/widersetzen.com\/\"><em>Widersetzen<\/em>-Kampagne<\/a>, aber auch dar\u00fcber hinaus, werden tausende Antifaschist:innen nach Erfurt reisen, um den Parteitag zu st\u00f6ren. Das ist keine reine Symbolpolitik, sondern handfester Antifaschismus. Es ist richtig und wichtig. Wenn die AfD nicht in der Lage ist, ungest\u00f6rt in die \u00d6ffentlichkeit zu treten und Zusammenk\u00fcnfte nur unter gro\u00dfem Aufwand m\u00f6glich sind, dann hindert sie das ganz konkret an ihrer Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir machen uns aber nat\u00fcrlich auch keine Illusionen: Die Proteste in Erfurt alleine werden weder die AfD noch den gesellschaftlichen Rechtsruck aufhalten. Aber sie sind ein Baustein des Widerstands. <strong>Ein Ort, an dem viele Antifaschist:innen \u00fcber <\/strong><strong>Stadt<\/strong><strong>&#8211; und <\/strong><strong>Organisations<\/strong><strong>grenzen zusammenkommen und gemeinsam k\u00e4mpfen<\/strong>. In Riesa, Essen, Gie\u00dfen und Erfurt wird die eigene Ohnmacht vor den Verh\u00e4ltnissen konkret \u00fcberwunden, werden neue B\u00fcndnisse geschmiedet und Erfahrungen gesammelt. Dort bekommen auch die AfD und ihre Funktion\u00e4r:innen den antifaschistischen Widerstand immer wieder konkret zu sp\u00fcren.<br><br>Die AfD ist nat\u00fcrlich nur die Spitze der Rechtsentwicklung. Sie ist die Stichwortgeberin, sie ist die, die andere in Diskurs und Praxis vor sich hertreibt. Dennoch sollten wir zwei Tatsachen nicht verkennen. Zum einen lassen sich die b\u00fcrgerlichen Parteien in der Mehrheit nur zu gerne nach rechts verschieben. Gesetzesversch\u00e4rfungen, Sozialraub, Abschiebungen, Kriegsvorbereitungen: Das kommt momentan aus dem Herzen des b\u00fcrgerlichen Parlamentarismus.<br>Zum anderen besteht nach wie vor ein qualitativer Unterschied zwischen den realpolitischen Vorstellungen der Weidel-H\u00f6cke-Partei und denen des restlichen Politikapparats. <strong>Eine AfD in Regierungsverantwortung entzaubert sich nicht selbst, <\/strong><strong>sie wird dem gesellschaftlichen Rechtsruck eine neue Qualit\u00e4t verleihen. Wie genau das aussehen wird, l\u00e4sst sich schwer vorhersehen. Wir sollten es nicht darauf ankommen lassen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>Sicherlich ist der Kampf gegen die Gefahr von rechts kein Kampf, der sich auf die AfD beschr\u00e4nken l\u00e4sst. Aber er muss eben mit voller Kraft auch an dieser Speerspitze des reaktion\u00e4ren Lagers ansetzen.<br>Gleichzeitig m\u00fcssen wir die Ursachen des rechten Aufschwungs in den Fokus zu nehmen. In Zeiten, in denen die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus immer offener zu Tage tritt, in denen steigende Preise, stagnierende L\u00f6hne und die Energiekrise die absolute Mehrheit der Menschen mit voller Wucht treffen, inszeniert sich die AfD als \u201eAnwalt des kleinen Mannes\u201c und wird zu Wahloption.<br><strong>Ein wirksamer Antifaschismus darf zu diesen Problemen nicht schweigen<\/strong>. Im Gegenteil. Er muss rechte \u201eSozialpolitik\u201c kritisieren, linken Widerstand dagegen greifbar machen und die Perspektive einer solidarischeren Gesellschaft sichtbar machen.<\/p>\n\n\n\n<p><br>So sehr es also darum gehen muss, auf der einen Seite die L\u00fcgen von Rechts zu entlarven und ein breites antifaschistisches Bewusstsein zu entwickeln, <strong>so entschieden <\/strong><strong>m\u00fcssen<\/strong><strong> auf der anderen Seite die AfD, ihre Strukturen und ihre Repr\u00e4sentant:innen <\/strong><strong>bek\u00e4mpft werden<\/strong>. Von alleine werden sie nicht zerfallen und es w\u00e4re absurd, in dieser Angelegenheit auf die Repressionsorgane des Staates zu vertrauen, die selbst von Rechten durchsetzt sind und offensichtlich eher an der Kriminalisierung von linkem Widerstand interessiert sind.<br><br>Genauso wie der Kampf gegen den Rechtsruck nicht auf die AfD zu reduzieren ist, genauso wenig kann er alleine durch Massenmobilisierungen gewonnen werden. Gro\u00dfe Massenmobilisierungen \u2013 so wichtig sie auch sind \u2013 bleiben ein Tropfen auf den hei\u00dfen Stein, wenn sie nicht durch lokale und kontinuierliche Arbeit untermauert werden.<br><br>Damit das gelingt, braucht es <strong>die praktische Zusammenarbeit aller antifaschistischen Kr\u00e4fte, die es ernst meinen<\/strong>: linken Gruppen, Stadtteil-Initiativen, Gewerkschaften, Parteibasisstrukturen, die antifaschistischen Bewegung, die migrantischen Community und vielen anderen mehr. Nur gemeinsam sind wir in der Lage, eine breite und gleichzeitig wirkm\u00e4chtige Front gegen die AfD aufzubauen. Zusammen und auf Augenh\u00f6he. In Erfurt und \u00fcberall anders.<\/p>\n\n\n\n<p>Packen wir\u2019s an: <strong>Antifaschismus<\/strong> selber machen!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 4. und 5. Juli 2026 trifft sich die Bundes-AfD in Erfurt zu ihrem Parteitag. 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